Mit Buschmann Safaris durch Ostafrika reisen
„Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis”, erzählt Olli Carstens von Buschmann Safaris. Aus der Idee, eine spezielle Tour für Namibier nach Ostafrika anzubieten, wurde Ende Mai dieses Jahres Realität. Das Tourunternehmen, das eigentlich auf Familienreisen spezialisiert ist, hat mit diesem dreiwöchigen Angebot eine einmalige Gelegenheit geschaffen, das „wahre Afrika“ kennen zu lernen.
„Vor allem das Interesse von vielen „Südwestern“ an afrikanischen Reisezielen und die Neugier auf deutsche Geschichte hatte uns auf die Idee gebracht eine solche Tour zusammenzustellen. Wir wollten damit aber auch die Namibier ansprechen, die sich das weite Reisen allein nicht mehr zutrauen“, meinen Olli und Ina Carstens. Und so bildete sich eine sehr gemischte Truppe von neun Personen im Alter zwischen 33 und 77 Jahren. „Obwohl wir am Anfang wegen des Altersunterschiedes etwas skeptisch waren, stellte sich bald heraus, dass dies eher eine Bereicherung für alle war“, führt Olli aus.
„Wir wollten unbedingt mal Tansania kennen lernen.“ erzählt Sonja Bartlewski, die die Anzeige von Buschmann Safaris in der Allgemeinen Zeitung gelesen hatte. Und obwohl sie und ihr Mann bisher immer selbst gefahren sind, hatte das Ehepaar diese Reise gebucht und es nicht bereut. Gemeinsam mit zwei weiteren Namibiern entschlossen sie sich, den Transfer zum Safaribeginn in Dar es Salaam mit Olli im Auto mitzufahren. Die anderen fünf Teilnehmer reisten mit dem Flugzeug nach Tansania. „Bereits hinter der namibischen Grenze in Sambia und später in Tansania haben wir festgestellt, wie unterschiedlich Afrika ist und wie unterschiedlich auch die Menschen der jeweiligen Ländern sind.“, so Sonja.
In Dar es Salaam selbst herrscht ein unglaubliches Verkehrschaos! Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, brauchte man Stunden. Trotzdem machte sich die kleine Truppe auf den Weg, die Geschichte dieser Stadt zu erkunden. Wenig später traf auch der Rest der Reisegesellschaft mit dem Flugzeug ein. Gemeinsam ging es dann zunächst auf die Insel Sansibar, die zu Tansania gehört. Zwei Tage durften die Namibier den puren Luxus in einer wunderschönen Hotelanlage genießen. Auf Sansibar unternahmen sie unter anderem eine „Gewürztour“, die für alle nicht nur sehr interessant, sondern auch lustig war. Danach flogen alle auf das Festland nach Arusha, dem Ausgangspunkt einer fünftägigen Safari. Mit einem einheimischen Tourunternehmen erkundete man den Lake Manyara, die Serengeti und den berühmten Ngorongoro-Krater. „Besonders faszinierend waren die riesigen Tierherden in der Serengeti“, erzählt die 33jährige Sonja begeistert, die mit ihrem Mann zu den jüngsten Teilnehmern der Safari gehörte. Allerdings stießen in der Serengeti die Stehtoiletten besonders bei den älteren Teilnehmern auf Ablehnung. Aber die tansanischen Tourguides waren sehr hilfsbereit und brachten ihre namibischen Gäste auf Wunsch zu „richtigen Sitztoiletten“, bis zu 8 km vom Camp entfernt. „Auch wenn es für uns etwas umständlich war, so haben wir das alles mit Humor genommen“, erzählt Wolfgang Biederlack, der mit 77 Jahren noch viel Spaß am Reisen hat.
Nach der Serengeti setzten die Reisenden ihre Tour zum Ngorongoro-Krater fort, dessen einmalige Landschaftsform alle sehr beeindruckte. „Oben am Kraterrand, wo wir auch übernachtet haben, war tiefer Regenwald und je weiter wir in den Krater hinein gefahren sind, umso spärlicher wurde auch die Vegetation. Aber es gab hier sehr viele Tiere zu beobachten“, erzählt die Namibierin von der spannenden Reise.
Zurück in Arusha traf die Gruppe wieder auf Olli, der jetzt die Tour weiterführte. Zunächst ging es in das Usambara-Bergland. Dieses fruchtbare Gebiet wird heute weitgehend für die Landwirtschaft genutzt. Es gibt nur noch einen kleinen Teil, der unberührt geblieben ist. Schon früher diente diese Gegend mit dem gesunden Klima zur Erholung. Fasziniert von der Landschaft setzte die kleine Gruppe die Reise durch die Usambara-Berge fort bis an die Küste des Indischen Ozeans nach Tanga. Alte Bauten wie ein Krankenhaus, das Kriegerdenkmal und der alte Bahnhof zeugen dort noch von der deutschen Kolonialzeit. „Leider ist vieles davon nur schlecht erhalten und einfach dem Verfall überlassen“, erzählt Wolfgang Biederlack.
Am Indischen Ozean durften die Namibier dann einen Zwischenstopp einlegen und sich von der Sonne und dem warmen Wasser verwöhnen lassen, bevor es an der Küste entlang, am Sadaani-Nationalpark vorbei wieder in das Inland Tansanias ging um Richtung Malawi weiterzureisen. Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden legte die Reisegruppe auf der Farm Kisolanza ein, die bereits seit 100 Jahren im Familienbesitz ist. Die Tour führte über Serpentinen auf die Höhen des ostafrikanischen Grabenbruchs bis auf über 2500m. Übernachtet wurde am Ufer des Malawisees, in der Nähe der Livingstonia Mission. Fast wäre der Reisegesellschaft der Weg dorthin nicht möglich gewesen, da das Profil der Reifen vom Lehm der dramatischen Paßstraße derart zugeschmiert wurde, dass das Fahrzeug nicht mehr weiterfahren konnte. Bis auf Olli mussten alle aussteigen und zu Fuß die Straße zur Missionsstation laufen. Der Wagen mußte sich mit der Winde hinaufziehen.
Die Livingstonia Mission wurde 1894 gegründet und besitzt ein kleines Museum nebst original erhaltener, schöner Kirche. Nach der bisher aufregenden Zeit legt die Gruppe eine zweitägige Pause in einer Lodge direkt am Seeufer ein. Hier genossen sie die Ruhe oder gingen auf Wanderungen um die Dörfer in der Umgebung zu besuchen und die malawische Kultur kennenzulernen. Auf guter Teerstraße verließ die Gruppe den Malawisee um über die Hauptstadt Lilongwe weiter Richtung Sambia zu fahren. Im Luangwa-Nationalpark genossen die Namibier zwei Tage die malerische Landschaft am gleichnamigen Fluss. „Nachts hörten wir die Hippos, und bei einer Pirschfahrt hatten wir die Gelegenheit viele Leoparden hautnah zu sehen“, erzählt Sonja. Quer durch Sambia über die Hauptstadt Lusaka führte der Weg weiter zu den Viktoriafällen, wo einige „Alte“ einen Rundflug im Microlight wagten. „Das hat uns echt erstaunt, wie mutig unsere älteren Teilnehmer waren“, erzählt Sonja begeistert. Einer davon war Wolfgang Biederlack, der dieses Abenteuer sehr genossen hat. „Wir sind zirka 20 Minuten geflogen. An diesem Tag war besonders viel Wasser an den Viktoriafällen, so dass die Gischt sehr hoch stieg. Dieses Erlebnis wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.“
Nach einer aufregenden Zeit neigte sich auch diese Tour dem Ende zu, und mit dem Grenzübertritt bei Katima Mulilo betraten alle wieder heimischen Boden. „Jeder Tag war ein Höhepunkt für sich“, resümiert Wolfgang Biederlack, der diese Reise jederzeit wiederholen würde. „Obwohl wir vom Alter her so unterschiedlich waren, haben wir uns optimal ergänzt. Jeder half jedem, und wir hatten viel Spaß miteinander“. Für alle Teilnehmer war das „andere Afrika“ sehr beeindruckend: Die unterschiedlichen Lebensweisen, die faszinierende Pflanzen- und Tierwelt, die facettenreichen Landschaften und nicht zuletzt eine gut organisierte Tour mit einem professionellen Tourguide haben diese Reise für neun Namibier zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
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